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Das Europa Museum hier in Schengen zeigt zurzeit eine Retrospektive eines der für ganz Spanien bedeutendsten lebenden Maler und Bildhauer, nämlich des Katalanen
Bonaventura Ansón .
Bonaventura Ansón wurde 1945 in Tossa an der Costa Brava geboren. Tossa war damals ein Refugium für Künstler aus ganz Europa. Es bestand sogar eine direkte Busverbindung von den Kunstmetropolen Paris und Berlin in das kleine Fischerdorf. So kam auch Marc Chagall von Berlin nach Tossa, wo er mehrere Jahre lebte und arbeitete. Die Begeisterung des kleinen Fischerjungen Bonaventura für die Kunst wurde so auch durch die Arbeit Chagalls und dessen fliegender Figurenwelt geboren, den er bis heute verehrt und zuletzt 1974 in dessen Haus in Saint Paul de Vence besucht .
Als 24-jähriger Kunststudent wird Ansón bereits für den Nationalen Spanischen Kunstpreis „Blanco y Negro“ vorgeschlagen. Im gleichen Jahr 1986 gewinnt er den Internationalen Kunstpreis seiner Heimatstadt Tossa. Die Künstlerfreunde des heranwachsenden Bonaventura raten diesem, baldmöglichst viele Reisen zu unternehmen, um so seine Phantasie zu beflügeln. So zieht es den jungen Kunststudenten früh nach Paris, wo er 1975 bis 1977 einige Jahre im Atelier Joan Miró’s und in den Werkstätten Toulouse-Lautrec’s in den Fusains à Montmartre arbeitet. Von hier reist er nach Florenz und Carrara, wo er den Marmor als Arbeitsmaterial für sich entdeckt. Hierher wird er immer wieder zurückkehren und über Monate intensiv arbeiten.
Seit vielen Jahren ist sein Werk nicht nur auf der ARCO in Madrid, sondern auch auf zahlreichen europäischen Messen zu sehen. Ansón wurde nicht nur mit den bedeutendsten Kunstpreisen seiner Heimatstadt Girona, seiner Heimatregion Katalonien und der Stadt Barcelona honoriert, sonder er zählt auch zu den auserwählten Künstlern für den Nationalen Kunstpreises in Madrid! Seine Werke sind in Museen, den wichtigen öffentlichen und großen privaten Sammlungen vor allem in Spanien, Portugal, Italien und Frankreich, aber auch in Luxembourg und Deutschland zu sehen.
1945 kommt Ansón als Sohn eines Fischers in Tossa an der Costa Brava zur Welt. Fast alle Familien leben von der Fischerei. Jede Familie bemalt ihr kleines Boot mit einer eigenen Farbe oder Farbkombination. Die jeweiligen Farbreste werden für Tür und Fensterläden verwandt. So ist das ganze Dorf ein buntes Farbenmeer. In diesem Rausch von Farben wächst Ansón auf. Doch kommen in den 60er Jahren die ersten Touristen nach Tossa. Irgendwann benennt ein Lokalpolitiker den Ort (der schon immer am Meer liegt) in „Tossa del Mar“ und immer mehr Touristen strömen durch die engen, mittelalterlichen Gassen und verdrängen am Strand die Fischerboote und damit auch die Farben. Aus Fischern werden Gastwirte und das Dorf verliert seine alte Identität und seine Farbenpracht.
Die Farbe Blau kennzeichnete stets das Boot und das Zuhause der Familie Ansón. Im gleichen Blau dreht sich die Spirale der traumhaften Wiedergeburt.
Der Bildhauer Ansón
Kaum ein Material mit dem sich Bonaventura Ansón noch nicht auseinandergesetzt hat. So zeigt das Europamuseum Schengen eine breite Palette aus dem Bildhauerischen Gesamtwerk des Künstlers. Von weisem Carrara Mamor über Glas und Acryl bis hin zu Kunststoff. Allen Materialien verleiht Ansón auf filigrane Weise eine schwebende Leichtigkeit.
Als Bildhauer immer nach der Suche nach Experimenten mit neuen Materialien, hat sich der Maler Ansón ganz dem Öl verschrieben. Seine breite Ölfarbenpalette trägt er neben der klassischen Leinwand mit Vorliebe auf zarte dünne Holzplatten auf. Die Arbeiten, die zurzeit im Europamuseum Schengen zu sehen sind entstammen allesamt einem Themenkreis. Surrealistischen Landschaftsstudien seiner Mittelmeer-Heimat an den Stränden und Buchten der Costa Brava zeigen Einflüsse der großen Katalanischen Jahrhundertgenies Miro und Dali auf und verraten gleichzeitig von der Verehrung des Künstlers für seinen „Lehrmeister“.
Kaum etwas ist übrig geblieben von der alten Idylle und den verlorenem Scharm der Malerischen Fischerdörfer an der Katalanischen Küste. Trotzig ragen sie immer noch aus den Sandstränden hervor, die mehrere metertief eingegrabenen Pfosten an denen die Fischer einst ihre Boote festmachten. So schnell brachen die Touristen Ströme herein und fielen über die Strände her, dass keine Zeit blieb die Ankerpfahle auszubuddeln. In den Bildern Ansóns dienen die Pfosten als rebellisches Symbol und Reminiszenz an die von unkontrolliertem Tourismus vergewaltigte Mediterrane Kultur seiner Heimat Tossa. Einst typisch für die Küstendörfer, haben sich die Farben in Ansóns künstlerischen Kritik in Luft und Wolken aufgelöst. Hier und da steigen auch bereits die ersten Pfosten zum Himmel empor.
Europa Museum © 2007
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